Gut besuchter Fachvortrag von Prof. Dr. Folkhard Isermeyer auf dem Landwirteforum 2011 der Volksbank Tecklenburger Land.
Ibbenbüren. Wie sind die ökologischen Perspektiven für die Landwirtschaft? Welche gesellschaftlichen Erwartungen bestehen? Wo gibt es Konfliktfelder zwischen Landwirten und Verbrauchern? Was sind Konsequenzen für die Agrarpolitik? Antworten auf all diese Fragen gab Prof. Dr. Folkhard Isermeyer auf dem Landwirteforum der Volksbank Tecklenburger Land.
Isermeyer, Präsident und Leiter des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Braunschweig,sprach zur Fragestellung „Zwischen Welt- und Wochenmarkt – überfordern wir unsere Landwirtschaft?“.
Zahlreiche heimische Landwirte hatten sich im Gasthaus Mutter Bahr versammelt. Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Franz-Josef Konermann begann der fachlich-informative Vortrag. Anschließenden hatten alle Gäste die Möglichkeit sich an einer Diskussion zum Vortragsthema zu beteiligen und sich mit Berufskollegen auszutauschen.
„Wachsen oder weichen“ – vor dieser Fragestellung stünden die deutschen Landwirte trotz steigender Agrarpreise auch weiterhin, machte Isermeyer deutlich. Hier sei kein Ende in Sicht. Stichwort Preise: „Hier ist die EU im Weltmarkt angekommen, und dieser boomt nachhaltig“, erklärte Isermeyer. Allerdings finde dieser Boom weniger in Europa als in anderen Erdteilen statt. Insgesamt sei Deutschland stark in den internationalen Warenverkehr eingebunden. Deutschland brauche sich bei der Nahrungsmittelproduktion „nicht zu verstecken.“
Probleme entstünden allerdings in der wachsenden Entfremdung zwischen den Landwirten und den Verbrauchern. Als gesellschaftliche „Konfliktfelder“ machte Isermeyer insbesondere die Massentierhaltung und den Einsatz von Nahrungsrohstoffen zur Energieversorgung (Stichwort Biogas) aus. Diese Zielkonflikte müssten zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern thematisiert werden. Einfache Lösungen wären hier nicht in Sicht, schlussfolgerte Isermeyer.
Zur Person
Prof. Dr. Folkhard Isermeyer war von 1990 bis 2007 Leiter der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Braunschweig. Seit 2009 ist er Präsident und Leiter des Johann Heinrich von Thünen Instituts (vTI) in Braunschweig. Das Institut ist nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das nach dem Ökonomen und Agrarwissenschaftler Johann Heinrich von Thünen benannte Institut forscht fachgebietsübergreifend mit dem Ziel der nachhaltigen Weiterentwicklung der Land-, Forst- und Holzwirtschaft sowie der Fischerei. Dabei bezieht es ökonomische, ökologische und technologische Aspekte ein. Das vTI erarbeitet als Ressortforschungseinrichtung wissenschaftliche Grundlagen als Entscheidungshilfe für die Politik der Bundesregierung.